Glossar
App Wrapping
App Wrapping legt eine Schutzschicht um eine bereits kompilierte App, ohne den Quellcode anzufassen: Ein Werkzeug packt das Paket aus, fügt Bibliotheken für Verschlüsselung, Authentifizierung oder Kopierschutz ein und signiert neu. Gedacht war das für Apps, deren Hersteller keine Verwaltungsfunktionen eingebaut hat, und es ist heute eine Notlösung, nicht der Standardweg.
So funktioniert es
Das Wrapping-Werkzeug verändert das Paket auf Binärebene. Aufrufe an Systemfunktionen werden umgeleitet, sodass zum Beispiel ein Schreibzugriff auf die Festplatte durch eine verschlüsselte Ablage läuft oder ein Kopiervorgang in die Zwischenablage blockiert wird. Danach wird die App mit Ihrem Zertifikat neu signiert und über das MDM verteilt. Der Hersteller der App ist dabei nicht beteiligt.
Genau darin liegt das Problem. Ein neu signiertes Paket verliert die Signatur des Originalherstellers, was in vielen Lizenzverträgen untersagt ist, und es verliert die Anbindung an Updates aus dem Store: Jede neue Version muss erneut gewrappt, getestet und verteilt werden. Auf iOS kollidiert das zusätzlich mit Apples Regeln, weshalb Wrapping dort praktisch nur für eigene Apps mit Enterprise-Signatur infrage kommt. Unter Android bleibt mehr Spielraum, aber App-Integritätsprüfungen über Play Integrity schlagen bei modifizierten Paketen fehl.
Die Plattformen haben das Bedürfnis inzwischen selbst abgedeckt. Android Enterprise trennt mit dem Arbeitsprofil private und geschäftliche Daten auf Systemebene, Apple macht dasselbe mit verwalteten Apps und verwalteten Öffnen-in-Regeln. Microsoft bietet mit den App Protection Policies einen SDK-basierten Weg für Office-Apps, der ohne Wrapping auskommt. In neuen Projekten ist das der Weg, den Sie gehen sollten.
Warum es für eine Flotte wichtig ist
Wrapping verspricht Kontrolle über eine App, die Sie nicht geschrieben haben, und das klingt bei einer Fachanwendung ohne MDM-Unterstützung verlockend. Rechnen Sie die Folgekosten ein: Bei jedem Update des Herstellers durchlaufen Sie denselben Zyklus aus Wrappen, Regressionstest und Verteilung, und beim nächsten Systemupdate kann die eingefügte Schicht brechen, was Sie nicht vorhersehen können.
Unsere Empfehlung aus Projekten: Nutzen Sie zuerst die Plattformmittel. Arbeitsprofil oder Benutzerregistrierung für die Trennung, verwaltete App-Konfiguration für Einstellungen, verwaltete Öffnen-in-Regeln gegen Datenabfluss, Per-App-VPN für den Netzzugang. Diese vier deckeln die meisten Anforderungen, die früher Wrapping lösen sollte.
Bleibt eine echte Lücke, reden Sie mit dem Hersteller, bevor Sie wrappen. Viele Anbieter liefern inzwischen App-Konfigurationsschlüssel auf Anfrage, weil sie dieselbe Frage von mehreren Kunden bekommen. Das ist der dauerhafte Weg und kostet Sie einen Anruf statt eines Dauerbetriebs.
So handhabt es Appaloosa
Appaloosa setzt auf die Plattformmittel statt auf Wrapping: Verteilung verwalteter Apps, öffentlich über managed Google Play und Apple VPP oder privat als APK und IPA, verwaltete App-Konfiguration für Einstellungen, Trennung über Arbeitsprofil und verwaltete Apps, Per-App-VPN und gezieltes Entfernen von Arbeitsdaten. Was davon möglich ist, beschreibt die Seite Mobile Application Management.
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