Das Apple Developer Program kostet 99 US-Dollar pro Jahr, in der Eurozone 99 Euro. Das Apple Developer Enterprise Program kostet 299 US-Dollar pro Jahr, wird aber nur noch an Unternehmen vergeben, die nachweisen, dass sie ihre Apps nicht anders verteilen können.
Diese zweite Zahl ist die wichtigere. Viele IT-Abteilungen planen ihre interne App-Verteilung immer noch rund um das Enterprise Program und stellen erst im Antragsverfahren fest, dass Apple ablehnt. Dieser Artikel ordnet beide Programme ein und zeigt, welcher Weg für eine Geräteflotte im Unternehmen heute tatsächlich funktioniert.
Was im Apple Developer Program für 99 Euro enthalten ist
Die Standardmitgliedschaft ist die Eintrittskarte in Apples Verteilungswege. Ohne sie kommt keine App auf ein iPhone, das Ihnen nicht selbst gehört.
- Veröffentlichung im App Store für iOS, iPadOS, macOS, watchOS, tvOS und visionOS
- TestFlight mit bis zu 10.000 externen Testern pro App
- Signierzertifikate und Provisioning Profiles, ohne die kein Build auf ein fremdes Gerät gelangt
- Zugang zu den Beta-Versionen der Betriebssysteme, in der Praxis der einzige Weg, ein iOS-Update vor dem Rollout gegen Ihre interne App zu testen
- Frameworks mit Berechtigungspflicht: HealthKit, CarPlay, Push-Benachrichtigungen, Netzwerkerweiterungen
- Zwei Code-Level-Support-Anfragen pro Jahr direkt an Apple-Ingenieure
Xcode, die Dokumentation, die WWDC-Videos und der Simulator sind kostenlos und brauchen keine Mitgliedschaft. Wer nur entwickeln und auf dem eigenen Gerät testen will, zahlt nichts. Bezahlt wird die Verteilung.
Standard oder Enterprise: der Unterschied, der in der Praxis zählt
Der Unterschied ist nicht der Preis. Es ist die Frage, wer die App installieren darf.
Das Standardprogramm verteilt öffentlich über den App Store. Jede App durchläuft die Prüfung durch Apple, jede Aktualisierung ebenfalls. Das ist der richtige Weg für ein Produkt, das Kunden herunterladen sollen.
Das Enterprise Program verteilt an Ihre eigenen Beschäftigten, ohne App Store und ohne Apple-Prüfung. Sie signieren die App mit einem In-House-Zertifikat und stellen sie selbst bereit. Genau diese Freiheit ist der Grund, warum Apple das Programm seit 2019 stark einschränkt: die Zertifikate wurden jahrelang genutzt, um an der Prüfung vorbei Apps an Endkunden zu verteilen.
Die Bedingungen, an denen Anträge scheitern
- Mindestens 100 Beschäftigte, mit Nachweis
- Eine D-U-N-S-Nummer und eine eingetragene juristische Person
- Eine benannte Person mit Zeichnungsberechtigung
- Eine Begründung, warum weder App Store noch Custom Apps ausreichen
Der letzte Punkt entscheidet. Apple fragt aktiv, ob der Weg über Custom Apps möglich wäre, und lehnt ab, wenn er es ist.
Custom Apps über Apple Business Manager: der Weg, den die meisten Unternehmen brauchen
Für interne Apps hat Apple einen dritten Weg gebaut. Er ist kein eigenes Programm, sondern eine Verteilungsoption innerhalb der 99-Euro-Mitgliedschaft. Sie laden die App wie gewohnt hoch, markieren sie als Custom App und hinterlegen die Organisations-ID Ihres Apple Business Manager. Danach erscheint die App ausschließlich im Bestand dieser Organisation.
Was das praktisch bedeutet:
- Die App bleibt für die Öffentlichkeit unsichtbar, auch über die Suche
- Sie wird über Apps und Bücher im Apple Business Manager in beliebiger Stückzahl bezogen, kostenlos oder gegen Gebühr
- Die Zuweisung erfolgt an Geräte oder an Apple-Accounts, über Ihre iOS-Geräteverwaltung
- Aktualisierungen laufen über denselben Mechanismus wie bei App-Store-Apps, ohne Zertifikatsverwaltung auf Ihrer Seite
Der Preis dafür ist die Apple-Prüfung, die auch für Custom Apps gilt. Sie tauschen also Kontrolle über den Zeitplan gegen den Wegfall der Zertifikatsverwaltung. Für die meisten IT-Abteilungen ist das ein guter Tausch. Ein abgelaufenes In-House-Zertifikat legt an einem Montagmorgen die App auf jedem Gerät gleichzeitig still.
Die drei Wege im direkten Vergleich
| Kriterium | App Store | Custom App | Enterprise Program |
|---|---|---|---|
| Jahresgebühr | 99 Euro | 99 Euro | 299 US-Dollar |
| Apple-Prüfung | ja | ja | nein |
| Öffentlich sichtbar | ja | nein | nein |
| Empfänger | alle | benannte Organisationen | eigene Beschäftigte |
| Zertifikate selbst verwalten | nein | nein | ja |
| Genehmigung durch Apple nötig | nein | nein | ja, mit Begründung |
Die vorletzte Zeile ist die teuerste. In-House-Zertifikate laufen nach drei Jahren ab, Provisioning Profiles nach einem Jahr. Wer den Termin verpasst, merkt es daran, dass die App sich beim Start kommentarlos beendet, auf allen Geräten gleichzeitig.
Registrierung als Unternehmen, Schritt für Schritt
- Eigenen Apple-Account anlegen. Nicht den privaten einer einzelnen Person. Nutzen Sie eine Funktionsadresse wie ios-dev@ihrefirma.de, sonst hängt der Zugang am Arbeitsverhältnis eines Mitarbeiters.
- D-U-N-S-Nummer prüfen. Über das Anfrageformular von Apple. Existiert bereits eine, dauert es Stunden. Muss sie neu vergeben werden, planen Sie zwei Wochen ein.
- Organisation statt Einzelperson wählen. Ein späterer Wechsel ist umständlich und kostet Sie die Kontinuität der Zertifikate.
- Identität und Zeichnungsberechtigung nachweisen. Apple ruft in der Regel zurück und prüft, ob die genannte Person das Unternehmen vertreten darf.
- Rollen sauber trennen. Account Holder, Admin und Developer. Der Account Holder ist die einzige Rolle, die die Mitgliedschaft verlängern kann, und genau daran scheitern Verlängerungen, wenn die Person das Haus verlassen hat.
Danach verknüpfen Sie den Developer-Account mit dem Apple Business Manager. Ohne diese Verknüpfung können Sie keine Custom Apps ausliefern.
Drei Stolperfallen, die jedes Jahr wiederkehren
Die hinterlegte Kreditkarte. Die Verlängerung wird automatisch abgebucht. Läuft die Karte einer ausgeschiedenen Person ab, verfällt die Mitgliedschaft, und mit ihr die Verfügbarkeit Ihrer Apps im Store. Hinterlegen Sie eine Firmenkarte ohne Personenbezug.
Neue Vertragsbedingungen. Apple aktualisiert die Programmvereinbarungen mehrmals pro Jahr. Bis der Account Holder zugestimmt hat, sind Uploads und Freigaben blockiert. Das trifft Sie zuverlässig am Tag vor einem Release.
Der Wechsel des Account Holder. Er ist möglich, verlangt aber erneut den Nachweis der Zeichnungsberechtigung. Planen Sie ihn, bevor die Person das Unternehmen verlässt, nicht danach.
Nach der Mitgliedschaft muss die App noch auf die Geräte
Eine signierte App ist noch keine verteilte App. Zwischen dem fertigen Build und dem Startbildschirm eines Außendienstmitarbeiters liegt genau der Teil, den das Developer Program nicht abdeckt.
Wer welche App bekommt, wann sie aktualisiert wird, was beim Austritt passiert und wie ein neues Gerät ohne Besuch in der IT einsatzbereit wird: das ist Sache Ihrer App-Verwaltung und der Zero-Touch-Registrierung. Appaloosa verteilt interne Apps an iOS- und Android-Geräte, nach Gruppe oder Standort, und nimmt sie beim Austritt zusammen mit den Unternehmensdaten wieder zurück.
Die kurze Antwort
Nehmen Sie das Standardprogramm für 99 Euro. Verteilen Sie interne Apps als Custom Apps über den Apple Business Manager. Beantragen Sie das Enterprise Program nur, wenn Sie eine App haben, die die Apple-Prüfung strukturell nicht bestehen kann, etwa weil sie proprietäre Hardware in der Fertigung ansteuert. In allen anderen Fällen kostet der Enterprise-Weg 200 Dollar mehr und bringt Ihnen eine Zertifikatsverwaltung ein, die niemand haben will.